Chitosan

Die Bezeichnung Chitosan stammt aus dem Griechischen und bedeutet Hülle oder Panzer. Als Quelle für die industrielle Herstellung von Chitosan dienen die chitinhaltigen Schalen von Krabben und Garnelen. Chitosan findet Einsatz als Filtermaterial in Kläranlagen, beim Ausfällen von Trübungen in Getränken und als Stabilisator in kosmetischen Cremes. In Nahrungsergänzungsmitteln soll Chitosan Fett aus der Nahrung binden und den Cholesterinspiegel senken. Wissenschaftliche Belege existieren für diese Behauptungen bisher nicht.

Inhaltsstoffe von Chitosan

Chitosan ist eine farblose, zähflüssige Substanz, deren fettbindende Eigenschaften sich im Laborversuch gut nachweisen lässt. Es ist ungiftig und ihm wird eine blutstillende, antibakterielle und antivirale Wirkung zugeschrieben.

Aus den Schalen von Krustentieren wird das Chitosan gewonnen. Es handelt sich um ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie.

Chitosan als Nahrungsergänzungsmittel

Reformhäuser, Supermärkte und Apotheken bieten Fettblocker mit Chitosan als Pulver, in Tabletten- oder Kapselform an. Dabei handelt es sich um so genannte Medizinprodukte, die rein physikalisch wirken und damit nicht den rechtlichen Vorschriften für Lebensmittel unterliegen.

In Flüssigkeiten quillt Chitosan auf und bildet ein sättigendes Gel, das Nahrungsfette, andere fettlösliche Stoffe und Gallensäuren bindet. Diese werden unverdaut ausgeschieden. Chitosan soll bis zum 8-fachen seines Eigengewichtes an Fett binden. Die erwünschte gewichtsreduzierende Wirkung wird aber nur mit einer gleichzeitigen kalorienreduzierten Diät erzielt, Chitosan allein reicht nicht aus. Daher darf mit der gewichtsreduzierenden Aussage auch nicht geworben werden und auf Chitosan-haltigen Produkten stehen Formulierungen wie beispielsweise „zur Unterstützung einer Reduktionsdiät“ oder „in Verbindung mit einer ausgewogenen, fettnormalisierten Ernährung und Bewegung“.

Chitosan-haltige Nahrungsergänzungsmittel können durch das Binden von Gallensäuren einen normalen LDL-Cholesterinspiegel konstant halten, allerdings keinen erhöhten Cholesterinspiegel senken. Hierfür ist laut der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde eine tägliche Zufuhr von 3 Gramm Chitosan notwendig. Diese empfohlene Höchstmenge darf der Verbraucher pro Tag nicht überschreiten.

Für wen sind Chitosan-haltige Nahrungsergänzungsmittel geeignet?

Tierische Chitosan-haltige Produkte sind für Menschen mit einer Allergie gegen Krusten- und Schalentiere nicht geeignet. Aufgedruckte Warnhinweise weisen Betroffene auf die Gefahr hin.

Champignons und Austernpilze enthalten ebenfalls Chitosan. Produkte mit Chitosan aus nicht tierischen Quellen sind speziell gekennzeichnet und für Vegetarier und Veganer geeignet.

Wechsel- und Nebenwirkungen von Chitosan

Chitosan behindert die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, essentiellen Fettsäuren und einigen Medikamenten wie zum Beispiel der Antibabypille. Die Verbraucher sollten einen Einnahmeabstand von mindestens 4 Stunden einhalten und mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker sprechen. Auch Diabetiker, Personen, die Gerinnungsmedikamente einnehmen, Epileptiker und Menschen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden erkundigen sich vor einer Anwendung von Chitosan am besten beim Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen.

Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/chitosan-aus-krabbenschalen-geld-machen-12724
http://www.chemie.de/lexikon/Chitosan.html

Quelle: Simone Lang
Dieser Service wird Ihnen präsentiert von apotheken.de