Aloe Vera

Aloe Vera zählt zu den populärsten Wellness- und Gesundheitspflanzen. Entsprechend vielseitig sind ihre Anwendungsbereiche und Darreichungsformen: Aloe Vera findet sich in Cremes für die Hautpflege ebenso wie in Arzneimitteln gegen Verstopfung. In den letzten Jahren wurden auch verstärkt Aloe-Vera-haltige Nahrungsergänzungsmittel beworben. Sie sollen unter anderem die körpereigene Abwehr stärken, den Körper entgiften oder die Verdauung unterstützen. Doch bei einigen Produkten zur Einnahme ist Vorsicht geboten.

Inhaltsstoffe von Aloe Vera

Es gibt hunderte von Aloe-Arten, die sich in ihren Inhaltsstoffen stark unterscheiden. Für Gesundheits- und Wellness-Produkte wird hauptsächlich die Aloe Vera Barbadensis Miller verwendet. Ihre Blätter enthalten unter anderem: Mucopolysaccharide (Schleimstoffe), Anthrachinone, Salicylsäure, Saponine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Kohlenhydrate. Die Konzentrationen der einzelnen Inhaltsstoffe, auch der Vitamine, sind jedoch gering.

Hinweis: Da Nahrungsergänzungsmittel rechtlich zu den Lebensmitteln zählen, dürfen sie keine Anthrachinone enthalten. Diese gelten als krebserregend und müssen während der Verarbeitung sorgfältig entfernt werden. Von der Eigenherstellung, etwa eines Aloe-Vera-Smoothies, ist deshalb dringend abzuraten.

Das Aloe-Vera-Gel (Blattmark) besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Es ist von Natur aus frei von Anthrachinonen.

Die Blattrinde der Aloe Vera enthält krebserregende Anthrachinone. Produkte aus reinem Blattgel oder reinem Blattmark sind deshalb vorzuziehen

Aloe-Vera-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel

Aloe-Vera-haltige Nahrungsergänzungsmittel werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten, etwa als Saft, Gel oder Kapsel. Einigen Produkten werden künstliche Vitamine zugesetzt, oft Vitamin C.
Reiner Aloe-Vera-Saft darf keine Konservierungsmittel enthalten. Aromatisiertem Aloe-Vera-Saft hingegen werden häufig Konservierungsstoffe wie Natrium-Benzoat (Benzoesäure, E 211) oder Kaliumsorbat (E 202) zugesetzt. Ein Blick auf die Inhaltsangabe gibt Aufschluss.

Von den Nahrungsergänzungsmitteln zu unterscheiden sind Arzneimittel mit Aloe-Vera-Bestandteilen. Sie werden als Abführmittel eingesetzt. Ihre abführende Wirkung beruht auf den enthaltenen Anthrachinonen wie Aloin und Aloe Emodinim aus der Blattrinde der Pflanze. Alle Arzneimittel haben ein Zulassungsverfahren mit Wirkungsnachweisen durchlaufen. Für Aloe-Vera-haltigen Nahrungsergänzungsmittel hingegen fehlen bislang wissenschaftliche Wirkungsbelege.

Für wen sind Aloe-Vera-Produkte geeignet?

Aloe-Vera-Produkte eignen sich für Menschen, die ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit unterstützen möchten. Ihre Anwendung beruht jedoch ausschließlich auf Erfahrungsberichten. Zu bevorzugen sind Nahrungsergänzungsmittel aus reinem Blattgel oder reinem Blattmark.

Nahrungsergänzungsmittel aus ganzen, ungeschälten Aloe-Blättern sind nicht zu empfehlen, da sie Anthrachinone enthalten, welche als krebserregend gelten. In einer Risikobewertung urteilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dass diese Produkte keine sicheren Lebensmittel sind und daher nicht verkauft werden dürfen. Entsprechende Produkte aus dem Internet sollten nicht bestellt werden.

Aloe-Vera-haltige Arzneimittel eignen sich zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung. Aufgrund der enthaltenen Anthrachinone gilt für sie jedoch eine strenge Einschränkung der empfohlenen Anwendungsbereiche. Schonendere Produkte sind vorzuziehen. Eine Einnahme empfiehlt sich deshalb nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker.

Nebenwirkungen von Aloe-Vera-Produkten

Bei empfindlichen Personen drohen nach der Einnahme von Aloe-Vera-Produkten Verdauungsstörungen – insbesondere, wenn die Produkte Rückstände von Anthrachinonen enthalten.

Konservierungsstoffe in aromatisiertem Aloe-Vera-Saft können allergische Reaktionen hervorrufen.

Quellen:

www.verbraucherzentrale.de
www.bfr.bund.de 
www.test.de

Quelle: Sandra Göbel
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