Antioxidanzien

„Antioxidanzien“, „freie Radikale“, „oxidativer Stress“: komplizierte Begriffe, die im Zusammenhang mit Anti-Aging immer wieder auftauchen. Antioxidanzien, vor allem in Form sekundärer Pflanzenstoffe, sollen nämlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose, Arthritis und Krebserkrankungen schützen – indem sie zellschädigenden Prozessen, auch oxidativer Stress genannt, vorbeugen. Da diese von sogenannten freien Radikalen verursacht werden, bezeichnet man Antioxidanzien auch als „Radikalfänger“.

Vorkommen an Antioxidanzien in der Nahrung

Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zeigt eine Vielzahl an Nährstoffen eine antioxidative Wirkung:

  • Sekundäre Pflanzenstoffe: z. B. Beta-Carotin, Lycopin, Flavanol
  • Vitamine: A, B2, C und E
  • Mineralstoffe: Zink und Selen

Dementsprechend finden sich Antioxidanzien in vielen verschiedenen Lebensmitteln, z. B. ist Vitamin C in Obst und Gemüse enthalten, Vitamin E in Fisch, Nüssen und pflanzlichen Ölen, und Zink in Fleisch sowie Käseprodukten.

Bitterschokolade enthält viele Flavonoide – ein sekundärer Pflanzenstoff, der antixodativ wirkt. Generell gilt bei Schokolade: Je dunkler, desto gesünder.

Bedarf an Antioxidanzien

Hierzulande gibt es keine konkreten Empfehlungen zur Antioxidanzien-Zufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch den Verzehr von täglich 200 g Obst, 450 g Gemüse sowie ein bis zwei fischhaltigen Mahlzeiten pro Woche. Auf Grundlage einer solchen ausgewogenen Ernährung ist die Aufnahme von genügend Antioxidanzien gut sichergestellt.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 7000 sogenannten ORAC-Einheiten – das entspricht z. B. 75 g Blaubeeren oder einem großen Apfel. Der ORAC-Wert gibt die Fähigkeit eines Produkts an, freie Radikale unschädlich zu machen. Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da es sich um reine Laborwerte handelt, die sich nicht zwangsläufig auf den menschlichen Organismus übertragen lassen.

Anzeichen für Antioxidanzien-Mangel

Eine unzureichende Versorgung mit Antioxidanzien kann zu verschiedenen Mangelerscheinungen führen. So war früher Skorbut eine verbreitete Krankheit aufgrund von Vitamin-C-Mangel. Ein Mangel an Vitamin B2 kann sich in Anämie, Hautproblemen und verschlechtertem Sehvermögen zeigen – letzteres ist auch typisch für Beta-Carotin-Mangel. Die vor allem in Entwicklungsländern unter Kindern verbreitete Kwashiorkor-Krankheit wird ebenfalls auf einen Mangel an antioxidativen Wirkstoffen zurückgeführt.

Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel

Antioxidative Stoffe sind in vielen Nahrungsergänzungsmitteln zu finden – allerdings in isolierter Form. Für sie ist bislang kein gesundheitlicher Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen. Stattdessen nehmen Forscher an, dass das Zusammenspiel verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in natürlichen Lebensmitteln ein schützendes Antioxidanzien-Netzwerk schafft.

Überversorgung mit Antioxidanzien

Die antioxidativen Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind teilweise sehr hoch dosiert. Dies kann jedoch z. B. bei Vitamin C und Beta-Carotin einen gegenteiligen, prooxidativen Effekt haben. Die Auswertung einer Vielzahl an Studien ergab bei zusätzlicher Einnahme von Vitamin A, E und Beta-Carotin ein erhöhtes Sterberisiko. Zudem wird ein Zusammenhang von zu vielen Antioxidanzien mit Asthma, Allergien und Übergewicht diskutiert. An Nebenwirkungen können Vitamin E und Beta-Carotin in hoher Zufuhr Verstopfung, Durchfall und Blähungen hervorrufen, Vitamin A und C Juckreiz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt folgende Höchstzufuhrmengen für Nahrungsergänzungsmittel vor:

  • Vitamin C: 225 mg
  • Vitamin E: 15 mg
  • Zink: 2,25 mg
  • Beta-Carotin: 2 mg
  • Selen: 25–30 µg

Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/antioxidantien
https://www.gesundheitsinformation.de/nahrungsergaenzungsmittel-koennen-sie-auch-schaden.2321.de.html?part=medzwei-hl-2jxa-ci4y

Quelle: Leonard Olberts
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