Cranberry-Produkte

Synonyme: Kranbeere, Moosbeere

Cranberry ist eine rote Fruchte mit festem, sauren Fruchtfleisch. Der Beere wird eine antibakterielle, entzündungshemmende und antioxidative Wirkung zugesprochen. Zudem ist sie reich an Vitaminen. Die Cranberry-Pflanze stammt aus dem Nordosten Amerikas und ist mit der hierzulande heimischen Preiselbeere verwandt. Inzwischen wird sie auch in Deutschland kommerziell angebaut. Heimische Cranberrys gibt es im Herbst frisch zu kaufen, eignen sich aber nicht für den Rohverzehr.

Inhaltsstoffe der Cranberry

Cranberrys weisen einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen auf, etwa an Proanthocyanidine (PAC) – einem sekundären Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonoide. Diesem Inhaltsstoff werden die meisten gesundheitlichen Wirkungen der Cranberry-Produkte zugeschrieben. Gesund ist die Cranberry auch aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts. In 100 Gramm befinden sich 40 Milligramm Vitamin C. Darüber hinaus ist die Cranberry ein guter Lieferant für Kalium, Natrium und Phosphor.

Medizinisch verwendet werden nur die Beeren. Sie sind reich an Vitaminen und PAC.

Cranberry-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt Cranberry-Produkte als Kapseln, Tabletten, Saft oder Sirup. Ihr Haupteinsatzgebiet ist das Vorbeugen von Blasenentzündungen. Für die vorbeugende Wirkung verantwortlich gemacht wird der Inhaltsstoff PAC: Er soll das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand verhindern. Bakterien werden dadurch ausgespült bevor sie Krankheiten verursachen. Ein klarer wissenschaftlicher Beleg für diese Zusammenhänge steht jedoch noch aus. Auch gibt es bislang keine allgemein anerkannte Methode zur Bestimmung des PAC-Wertes in Cranberry-Produkten. Die am häufigsten in der Literatur genannte empfohlene Tagesdosis wird mit 36 mg PAC angegeben bzw. bis zu einem Liter Saft. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Für wen sind Cranberry-haltige Nahrungsergänzungsmittel geeignet?

Cranberry-Produkte sind für Menschen geeignet, die einer Blasenentzündung vorbeugen möchten. Ihre Wirksamkeit ist jedoch umstritten und muss individuell getestet werden. Gegen den längerfristigen Verzehr von Cranberry-Saft ist nichts einzuwenden. Über die Anwendung von Kapseln und Tabletten berät der Arzt oder Apotheker individuell.

Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts der Cranberry kann ihr Saft einem Vitamin-C-Mangel entgegenwirken.

Wechselwirkungen von Cranberry-Produkten

Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten sind bekannt. Beobachtungen zufolge können Inhaltsstoffe der Beeren unter anderem die Blutungszeit verlängern. Menschen, die Gerinnungshemmers einnehmen, sollten deshalb Cranberry-Produkte meiden. Chronisch kranke Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten grundsätzlich Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker halten, bevor sie mit der Einnahme von Cranberry-Produkten beginnen. Nur so lassen sich Wechselwirkungen ausschließen.

Pilzbefall bei Cranberrys

Cranberry-Pflanzen ranken nah am Boden. Wildwachsende Pflanzen leiden deshalb schnell an Schimmelpilzbefall. Kommerziell angebaute Pflanzen werden meist mit Fungiziden (Antipilzmitteln) behandelt. Untersuchungen von Öko-Test (2009) und Stiftung Warentest (2016) gaben jedoch Entwarnung: Die Untersuchungen konnten in Cranberry-Produkten und -Säften keine Pilze oder Rückstände nachweisen.

Quelle: Verbraucherzentrale

Quelle: Sandra Göbel
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