Nahrungsergänzung im Blick: Ginkgo

Sinn oder Unsinn?
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Die Schlüssel im Haus vergessen, den Geldbeutel verlegt oder den Arzttermin verschlafen: Vergesslichkeit hat oft ärgerliche Konsequenzen. Nahrungsergänzungsmittel mit Ginkgo versprechen Hilfe für müde graue Zellen – Zu Recht?

Als Arzneimittel zugelassen

„Ginkgo“ ist die umgangssprachliche Kurzform für einen Extrakt aus den Blättern des Ginkgo biloba Baumes. Seit vielen Jahren wird er als pflanzliches Mittel gegen Demenz oder Tinnitus beworben. Für die Wirkung des Ginkgos spricht seine Sonderstellung unter den Pflanzenextrakten: Er wird nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch als Arzneimittel verkauft. Das bedeutet, dass der Wirkstoff- und Schadstoffgehalt des Medikaments streng geregelt ist und viele wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit des Ginkgos vorliegen.

Soweit so gut – doch Ginkgo ist deshalb noch kein Wundermittel. Therapieempfehlungen zum Tinnitus erwähnen zwar den Ginkgo, betonen aber auch die schwache Wirkung des Extraktes. Auch bei Demenz äußern sich Wissenschaftler*innen nur vorsichtig, da nicht alle Studien den sowieso nur kleinen Effekt des Ginkgos beweisen konnten.

Vorsicht beim Gingko-Kauf

Wer dem Ginkgo-Extrakt trotzdem eine Chance geben möchte, sollte beim Einkauf ganz genau hinschauen. Denn nur in der Apotheke gibt es Ginkgo in Arzneimittelqualität. Im Supermarkt hingegen wird Ginkgo nur als Nahrungsergänzungsmittel verkauft – und die Zusammensetzung der Präparate weniger streng kontrolliert. Einige Hersteller verarbeiten deshalb weniger des teuren Ginkgo-Extraktes und ersetzen ihn durch günstigere Zutaten. Auch der Gehalt an Ginkgolsäuren, die für den Menschen in hohen Mengen schädlich sind, ist nur bei Arzneimitteln beschränkt. Beim Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die freiwilligen Angaben des Herstellers zum Ginkgolsäure-Gehalt. Er sollte weniger als 1 Mikrogramm/Gramm betragen.

Mehr Informationen über Ginkgo erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel“.

Quellen: Leitlinie "Demenzen"; Leitlinie "Chronischer Tinnitus"; Pharmazeutische Zeitung; Verbraucherzentrale, Europäische Arzneimittel-Agentur

Quelle: Marie Schläfer
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